Gesundheit ist Führungsaufgabe

Gesunde Führung

„Jede Führungskraft hat den Krankenstand, den sie verdient“

Gregersen, Vincent-Höper & Nienhaus, 2013, S. 28

Die Krankenstände steigen seit einigen Jahren immer weiter an, dabei sind insbesondere psychische Erkrankungen auf dem Vormarsch. Obwohl sich mittlerweile viele Unternehmen verstärkt mit der Gesundheit ihrer Mitarbeiter auseinandersetzen, bleibt häufig ein essentieller Einflussfaktor unberücksichtigt - das Verhalten der Führungskräfte.

 

Häufig wird der Einfluss des Führungsverhaltens auf die Mitarbeitergesundheit unterschätzt. Dabei zeigen Studien, dass das Führungsverhalten neben Zeitdruck und Arbeitsplatzunsicherheit der wichtigste Einflussfaktor auf die Gesundheit der Mitarbeiter ist. So wundert es nicht, dass manch eine Führungskraft beim Wechsel der Abteilung oder gar des Unternehmens ihren Krankenstand mitnimmt. 


Führungskräfte besitzen die Möglichkeit auf vielen Ebenen anzusetzen, um die Gesundheit der Mitarbeiter zu fördern. Sie können präventiv die Arbeitsbedingungen ihrer Mitarbeiter beeinflussen oder bei ersten Symptomen wie beispielsweise Überforderung oder Überlastung reagieren. Auch wenn die Leistungsfähigkeit eines Mitarbeiters bereits gesunken ist, kann die Führungskraft gemeinsam mit der Person nach Lösungen suchen, um die Leistungsfähigkeit wiederherzustellen. Der Einfluss einer Führungskraft geht jedoch weit über das direkte Verhalten gegenüber den Mitarbeitern hinaus, denn sie sind nicht nur direkte Weisungsbefugte, sondern fungieren auch als Verstärker und Vorbilder, die ihren Mitarbeitern Orientierung bieten. Kommt eine Führungskraft mit starken Erkältungssymptomen zur Arbeit, so werden Mitarbeiter dies ebenfalls tun, da sie sich an ihrer Führungskraft orientieren und davon ausgehen, dass ein solches Verhalten auch von ihnen erwartet wird. Mitarbeiter gesundheitsförderlich zu führen heißt daher auch immer, sich selbst gesund führen. Achtet eine Führungskraft auf die eigene Gesundheit, so überträgt sie ein solches Verhalten auf die Mitarbeiter.

 

Als Basis für ein gesundheitsförderliches Führungsverhalten lassen sich vier zentrale Aspekte zusammenfassen. Um gesund zu führen, muss als erstes ein Bewusstsein für Gesundheitsthemen geschaffen werden. Führungskräfte müssen sich mit ihrem eigenen Gesundheitszustand und potenziellen Risiken auseinandersetzen. Es reicht jedoch nicht, den eigenen Zustand nur zu kennen. Der Gesundheit muss auch eine Bedeutung beigemessen werden, eine Valenz. Weiß ich um meinen Gesundheitszustand, messe aber möglichen Risiken und Folgen keinen hohen Stellenwert bei, so wird das alleinige Wissen keinen Einfluss auf mein Verhalten haben. Dabei trägt ein hoher Stellenwert der Gesundheit auch zu einem sensibleren Umgang mit ihr bei, sowohl bei der eigenen Person als auch bei anderen. Neben einem persönlichen Wert ist auch die auf die Gesundheit bezogene Selbstwirksamkeit für das Verhalten relevant. Dies beinhaltet das Wissen über Möglichkeiten und Maßnahmen sowie meine Erwartung, dass ich meine eigene Gesundheit und die meiner Mitarbeiter auch beeinflussen kann. Lediglich wenn ich davon überzeugt bin, durch mein Handeln einen Einfluss auf die Gesundheit zu haben, verhalte ich mich entsprechend gesundheitsbewusst. Am Ende, nachdem das relevante Wissen erworben und die notwendige Motivation geweckt wurde, steht das Gesundheitsverhalten. Hierbei wird das Wissen über Veränderungsmöglichkeiten und Lösungswege in die Tat umgesetzt und Ergebnisse erzielt.

 

Es reicht somit nicht, lediglich Strukturen zu schaffen oder die Mitarbeiter zu informieren, sondern Gesundheit muss in der Unternehmenskultur verankert und vorgelebt werden. 

Die Hazelnut Consulting kann Ihnen und Ihrem Unternehmen dabei helfen, eine gesunde Führungskultur zu entwickeln und zu etablieren, um so die Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu fördern und so einen langfristigen Unternehmenserfolg zu ermöglichen. Mit der Verbindung von Psychologie und Wirtschaft sind wir Experten für betriebliche Präventions- sowie Gesundheitsmaßnahmen.

Literatur:

 

Elprana, G., Felfe, J., & Franke, F. (2016). Gesundheitsförderliche Führung diagnostizieren und fördern. In J. Felfe & R. van Dick (Hrsg.), Handbuch Mitarbeiterführung: Wirtschaftspsychologisches Praxiswissen für Fach- und Führungskräfte. Berlin/Heidelberg: Springer.

 

Gregersen, S., Vincent-Höper, S. & Nienhaus, A. (2013). Führung und Gesundheit - Welchen Einfluss haben Führungskräfte auf die Gesundheit der Mitarbeiter? Österreichisches Forum Arbeitsmedizin, 01/2013, 28-39.

 

Marschall, J., Hildebrandt, S., Sydow, H. & Nolting, H.-D. (2016). DAK-Gesundheitsreport 2016. Hamburg: medhochzwei.

 

Würgler, F. (2013). Health-oriented Leadership in Corporate Life & Pensions. Dietlikon: Fachhochschule Nordwestschweiz. Hochschule für Angewandte Psychologie.

 

Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V. (2016). Führung und Gesundheit. Wie Führungskräfte die Gesundheit der Mitarbeiter fördern können.

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