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Eine Kultur der Wertschätzung

Implementierung von Wertschätzung in die eigene Unternehmenskultur

The deepest principle in human nature is the craving to be appreciated."

Wiliam James

Es mag zunächst wie ein Vorwurf klingen, aber: Bringen Sie Ihren Mitarbeitenden die Wertschätzung entgegen, die sie benötigen? Ehe Sie diese Frage für sich beantworten, lassen Sie uns zunächst einen Blick darauf werfen, wie sich Wertschätzung definieren lässt. Wertschätzung beschreibt…

 

…den Wunsch, von anderen gesehen zu werden
…die Aussicht auf soziale Anerkennung
…das Erleben von positiver Zuwendung
…die positive Bewertung eines anderen Menschen, ungeachtet von Taten oder Leistungen
…Respekt, Wohlwollen, Zugewandtheit, Interesse, Aufmerksamkeit und Freundlichkeit.

 

Eine wertschätzende Unternehmenskultur lässt sich also vereinfacht dadurch beschreiben, dass die Vorgesetzten den Mitarbeitenden – und die Mitarbeitenden sich untereinander – losgelöst von ihren beruflichen Leistungen mit Respekt und Wohlwollen begegnen und die Bedürfnisse des Gegenübers wahrnehmen.

Orientiert man sich an diesen Stichpunkten wird schnell klar, dass Wertschätzung mehr ist, als den Mitarbeitenden ein kurzes Lob für erbrachte Leistungen auszusprechen, wenngleich der Sender des Lobs nur gutes damit im Sinne hatte.Wertschätzung im Unternehmenskontext ist unerlässlich, denn sie kann nach Lindemann und Heim – richtig eingesetzt – folgende Begleiterscheinungen hervorrufen:

  • Verbesserung des Betriebsklimas
  • Erhöhte Produktivität
  • Steigendes Commitment der Mitarbeitenden

Weiterhin kann zwar auch die Argumentation vertreten werden, dass ein ausreichend hohes bzw. faires Gehalt eine Wertschätzung der Mitarbeitenden bedeutet. Grundsätzlich kann man an dieser Stelle durchaus sagen, dass man den Mitarbeitenden mit einer fairen Entlohnung zeigt, dass ihre Arbeit auch entsprechend wertgeschätzt bzw. honoriert wird. Der Vollständigkeit halber soll jedoch angemerkt sein, dass Geld alleine nicht dazu beiträgt, die oben genannten positiven Begleiterscheinungen einer wertschätzenden Unternehmenskultur vollumfänglich abzubilden. Grund hierfür ist mitunter, dass wir Menschen – im vorliegenden Sachverhalt die Mitarbeitenden – auf Grundlage des Gehalts zunächst einmal die eigene Existenz sichern müssen. Ist diese Existenz gesichert, streben wir Menschen in aller Regel danach, Zufriedenheit im Job zu erlangen und „als Person mit seiner eigenen Leistung gesehen zu werden“ (Lindemann & Heim, 2010, S. 35). Dieser Aspekt der Arbeitszufriedenheit lässt sich neben einer ausreichend hohen Kommunikationsqualität durch den Aspekt der Wertschätzung erreichen. So lässt sich daraus schlussfolgern, dass es einer grundsätzlich wertschätzenden Kommunikation bedarf, um ebenjene Ziele erreichen zu können.

 

So konnte auch in einer von der Hazelnut Consulting initiierten Mitarbeiterbefragung in einem mittelständischen Industrieunternehmen im nahegelegenen Sauerland eruiert werden, dass sich dort die Variable der Arbeitszufriedenheit zu jeweils rund 32 % durch die Variablen Kommunikationsqualität und Wertschätzung erklären lässt (n = 36). Im Umkehrschluss – bezugnehmend auf die Untersuchung im genannten Unternehmen – kann eine verbesserte Kommunikationsqualität wie auch vorhandene Wertschätzung die Arbeitszufriedenheit verbessern.

 

Was wir an dieser Stelle zunächst mitnehmen können: Um eine wertschätzende Unternehmenskultur zu etablieren, bedarf es der Umsetzung von wertschätzenden Verhaltensweisen entsprechend der oben aufgezählten Aspekte der Wertschätzung. Darüber hinaus können sie mit einer durchdachten und mitarbeiterorientierten Kommunikation dafür Sorge tragen, dass Mitarbeitende bereit sind, umfänglich zu kooperieren und sich mehr in Prozesse einzubringen. Damit diese Kooperation aber gelingt, müssen Menschen Vertrauen aufbauen. Und dieses Vertrauen lässt sich dadurch aufbauen, indem Mitarbeitende mit ihren individuellen Anliegen gehört und gesehen werden.


Abschließend ein paar Fragen für Sie als Reflexion:

  • Sehen Sie Ihre Mitarbeitenden als Ganzes an – oder nur als ausführende Arbeitskraft?
  • Bildet Wertschätzung den Grundstein für Führung – oder bildet sich Führung durch starke Autorität?
  • Erhalten Ihre Mitarbeitenden positives Feedback – oder nur wenn etwas schief geht?
  • Zeigen Vorgesetzte aufrichtiges Interesse an den Mitarbeitenden – oder nur im Arbeitskontext?

Diese beispielhaften Gegenüberstellungen können nach Belieben fortgesetzt werden und dienen als Anregung, Unternehmenskultur neu zu denken.

Wie Unternehmenskultur neu gedacht werden kann? Nur ein Beispiel: Planen Sie regelmäßige „Besuche“ bei Ihren Mitarbeitenden im Betrieb. Suchen Sie das Gespräch, nehmen Sie sich Zeit für Gespräche und zeigen Sie Interesse. So kann sich Wertschätzung generieren lassen. Vermeiden Sie hingegen ein reines formales „abarbeiten“ der Mitarbeitenden um nicht den Eindruck zu hinterlassen, dass Sie dieser Tätigkeit nachgehen, weil Sie es „müssen“.

Wenn Sie Interesse an einer Mitarbeiterbefragung in Ihrem Unternehmen haben um den aktuellen Status Quo zu erfassen, sprechen Sie uns gerne an!

Wenn Sie Ihr Know-How rund um das Thema der Wertschätzung und weiteren Prinzipien der Führung vertiefen möchten, empfehlen wir Ihnen einen Blick auf unsere Fortbildungsreihe „Principles of Leadership“. Präsenz- und Online-Veranstaltungen gepaart mit eLearning-Bausteinen vermitteln fundamentale Kompetenzen für Führungskräfte. Vorbeischauen lohnt sich!

Literatur:

 

Lindemann, G. & Heim, V. (2010). Wertschätzend führen – wirksam kommunizieren. Paderborn: Junfermann Verlag.

 

Bach, C. (2012). Mehr Wertschätzung und Anerkennung im Job – wie Mitarbeiter und Führungskräfte die betriebliche Zusammenarbeit fördern und die Beziehungsqualität verbessern können. Hamburg: Tredition Verlag.

 

Matyssek, A. K. (2011). Wertschätzung im Betrieb – Impulse für eine gesündere Unternehmenskultur. Norderstedt: Books on Demand Verlag.

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